Sorgearbeit

Um nicht zahlreiche im Wirtschaftsleben notwendige Leistungen unberücksichtigt zu lassen, tritt in der Sorgeökonomie an die Stelle eines rein an der Erwerbswirtschaft orientierten Arbeitsbegriffs ein erweiterter Arbeitsbegriff, der bezahlte und unbezahlte Arbeit umfasst. Unter Sorgearbeit, oder auch Sorgeleistungen, werden dann die gesamten bezahlten und unbezahlten Betreuungs- und Pflegeleistungen für Kinder, Kranke und Alte, die damit verbundenen indirekten Sorgeleistungen und weitere Unterstützungsleistungen (vgl. Razavi/Staab 2008), aber auch Sorgeleistungen für gesunde Erwachsene und die Selbstsorge gefasst (vgl. Knobloch 2013b, S. 11). In den Haushalten wird ein Großteil der Sorgearbeit unbezahlt geleistet, in den übrigen Sektoren (Markt-, Staats-, Non-Profit-Sektor) meist zu geringen Löhnen und in Teilzeit sowie unter oft schlechten Arbeitsbedingungen. Sorgearbeit stützt aber Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme selbst dort, wo sie unsichtbar bleibt.