Sorgesituation

Wie Maren A. Jochimsen in „Careful Economics“ (2003) schreibt, ist bei der
Betrachtung und Analyse von klassischen Sorgesituationen für von der Erbringung
der Sorgeleistungen existenziell abhängige Personen, wie z. B. Kinder, pflegebedürftige
ältere, kranke oder körperlich und geistig eingeschränkte Personen,
typischerweise von drei voneinander abhängigen Prämissen auszugehen: (a)
beschränkte bis gänzlich fehlende Handlungsfähigkeit der Sorgeempfangenden,
(b) asymmetrische Ausgangspositionen der beteiligten Personen in Bezug auf
die Fähigkeit, die benötigte Sorgeleistung auszuführen, und auf den Zugang zu
den dafür notwendigen Ressourcen, (c) daraus entstehende tatsächliche und
mögliche Abhängigkeiten und Machtverhältnisse. Klassische Sorgesituationen
sind in ihrem Kern folglich gekennzeichnet durch Asymmetrie. Die besonderen
Kennzeichen klassischer Sorgesituationen führen zu großen Herausforderungen
bei deren gesellschaftlicher Organisation (vgl. Jochimsen 2003a, S. 75 ff.).